FDP-Fraktion kritisiert Kostenexplosion für Konzerthaus in München – Oppositionsparteien sollten im Haushaltsausschuss überrumpelt werden

Das von der bayerischen Staatsregierung finanzierte neue Konzerthaus in München droht deutlich teurer zu werden als geplant. Wurden zu Beginn des Projekts noch 370 Millionen Euro für die künftige Heimat des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks veranschlagt, war heute im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags schon von bis zu 580 Millionen Euro die Rede – zuzüglich Baukostensteigerung und Risikokosten. Bis zur geplanten Fertigstellung 2029/2030 könnten sich die Kosten auf bis zu eine Milliarde Euro summieren. Dazu der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Dr. Helmut Kaltenhauser:

„Ganz unabhängig von der Frage, ob der Konzertsaal in dieser Art gebaut werden soll, ist das Vorgehen eine Zumutung für die Mitglieder des Haushaltsausschusses. Bei einem der größten Hochbauprojekte des Freistaats wird vom Planungsverfahren abgewichen, das erst im vergangenen Jahr gemeinsam für alle Hochbauvorlagen für verbindlich erklärt wurde. Zudem wurden wir Oppositionsparteien heute im Haushaltsausschuss völlig überrumpelt. Die Kostenexplosion wurde uns von Staatsminister Bernd Sibler nur mündlich aufgetischt. Es gab keine, wie sonst üblich, vorbereiteten Unterlagen. Selbst in der Tischvorlage gab es kein Zahlenmaterial.

Angesichts der aktuellen Terminplanung, die den Baubeginn 2026 sowie die Fertigstellung frühestens 2029 vorsieht, gehe ich von einer Gesamtsumme von 900 Millionen Euro aus. Selbst für ein Leuchtturmprojekt Bayerns ist das nicht akzeptabel. Das muss auch kostengünstiger gehen, ohne dass sich Bayern dafür schämen muss. Wir werden jeden Planungs- und Ausführungsschritt sehr kritisch begleiten.“

Der kunstpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Dr. Wolfgang Heubisch ergänzt: „Die neueste Kostenschätzung für das geplante Konzerthaus ist sogar für einen Kulturliebhaber wie mich ein harter Brocken. Wir als FDP-Fraktion werden intensiv das Gebäude- und Akustikkonzept und die daraus resultierenden Kosten intensiv prüfen. Kultur ist uns lieb und teuer, muss aber auch finanzierbar sein.“