Dr. Helmut Kaltenhauser

Schutzmasken vom Untermain

Besuch bei der Firma ECT Productions- Protection Equipment
Kaltenhauser MdL ECT Productions Großostheim Mund-Nase Schutz Untermain

Masken aus heimischer Produktion waren bisher undenkbar und nicht rentabel. Doch die Corona-Pandemie hat zu einem Umdenken geführt. Als die Pandemie Bayern traf, wurde schnell klar, dass die Verfügbarkeit von Schutzmaterialien und dabei insbesondere Schutzmasken zu einem großen Problem wird. Von überall her wurden schnell Masken beordert, teilweise in so schlechter Qualität, dass sie unbrauchbar waren. Aus der Not heraus forderte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die Industrieunternehmen auf, ihre Produktion auf Masken umzustellen, um künftig den heimischen Bedarf decken zu können.  

Das war für drei Unternehmer aus Großostheim Ansporn genug, eine heimische Maskenproduktion aufzubauen, um den Bedarf am Untermain zu decken. Für die Firma ECT Productions kam eine Umrüstung eines vorhandenen Maschinenparks nicht in Frage. Das hätte viel Aufwand mit wenig Ausbringungsmenge bedeutet, also wurden entsprechende Maschinen zur Maskenproduktion in China eingekauft, umgebaut und optimiert. Während der Ankauf von Maschinen reibungslos funktionierte, gab es bei der Beschaffung vom hochwertigen Filtervlies große Probleme. Einer der größten Hersteller für Vliesstoffe mit Sitz in Bayern reagierte auf Anfragen zögerlich und stellte eine eventuelle Liefermöglichkeit zum Ende des Jahres in Aussicht. Anscheinend darf diese spezielle Filterware zur Maskenproduktion derzeit nur an durch die Staatsregierung zertifizierte Unternehmen ausgeben werden.

Da der Prozess der Laborprüfungen und Baumusterzertifizierung bei ECT noch andauert, ist die Firma von der Belieferung aus Deutschland derzeit ausgeschlossen. Daher habe ich als Landtagsabgeordneter Kontakt zum bayerischen Wirtschaftsministerium aufgenommen, um für die Firma kurzfristig eine Freigabe zum Ankauf von Maskenvlies zu bekommen.

Seit 1. Juli werden in Großostheim Einmal-Gesichtsmasken und demnächst auch FFP2-Masken produziert. Das Maskenvlies kommt derzeit noch aus China. Der Produktionsplan sieht eine Ausbringungsmenge von bis zu 7 Millionen Masken im Monat mit der derzeit vorhandenen Anlagenkapazität vor. Viele Ärzte und Krankenhäuser aus der Region sind interessiert. Statt blind Ware zu kaufen, können sie sich vorab von der Qualität der Masken überzeugen.

Für mich ist diese Unternehmung ein Paradebeispiel für deutschen Erfindergeist, gepaart mit German Mut. Dennoch zeigt sich auch hier, dass es Gründern nicht immer leicht gemacht wird. Die Großostheimer Unternehmer fühlen nach der anfänglichen Euphorie zwar erste Ernüchterung, lassen sich jedoch nicht von ihrem eingeschlagenen Weg abbringen: Erstklassige Qualität mittels hochwertigster Filtermedien zu erschwinglichen Preisen für jedermann zu produzieren.

Dennoch scheint es so, dass mit dem Abklingen der ersten Corona-Welle auch das Interesse an heimischer Produktion von Schutzausrüstung verloren gegangen ist. Von Seiten der Staatsregierung war diesbezüglich lange nichts mehr zu hören. Daher werde ich in einem Berichtsantrag diesbezüglich genauer nachhaken.

Kaltenhauser FFP2 Mund-Nase Schutz ECT Productions Großostheim